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Mal den Spieß umdrehen und den Trainer ans Limit bringen! Mit freundlicher Unterstützung von Djerba der Hannoveranerin.

Heute habe ich Andre und Sebastian zu meinem Pferd Djerba nach Jastorf genommen.
Ich war schon ganz gespannt darauf wie die beiden sich schlagen! Da beide aber sehr tierlieb sind, habe ich mir da keine großen Sorgen gemacht.

Das erste Kennenlernen lief schon mal sehr harmonisch. Obwohl meine Hannoveraner-Stute für ihre Rasse mit 1,58 m eher ein kleines Exemplar ist, empfand Andre sie doch eher als groß. 🙂 Hannoveraner können gut und gerne um die 1,70 m Stockmaß (gemessen am Widerrist) werden, manche werden sogar um 1,80 m. Auf der anderen Seite: Pferde sind so oder so schon große und imposante Tiere und können allein schon durch ihre Größe Respekt einflößen! Da Pferde Fluchttiere sind und sich gerne auch mal erschrecken können, ist Respekt und Vorsicht auch sehr wichtig.

Damit sich Djerba und Andre ein wenig besser kennen lernen, ging es zunächst ans Putzen. Zunächst war Djerba ein wenig skeptisch, aber nach und nach entspannte sie mehr und genoss die zusätzlichen Streicheleinheiten.

Nach einer kurzen Einweisung und ein kleiner Spaßeinlage von Djerba ging es ans Hufe auskratzen. Hier müssen die kleinen Steinchen und der Dreck entfernt werden, so dass der Huf schön gesund bleibt und keine Lahmheit auftritt.

Unter dem kritischen Blick von Djerba ging es dann auch ans Fegen. Der Dreck muss schließlich auch weg!

Jetzt ging es ans Satteln. Hier ist es wichtig, dass der Sattel richtig auf dem Pferd liegt und es keine Scheuerstellen gibt. Die Schulter muss genug Platz haben, der Sattel darf aber auch nicht zu weit hinten liegen. Es ist außerdem immens wichtig, dass der Sattel auf das Pferd angepasst wird (auch dem Reiter sollte der Sattel passen) um so Probleme im Bewegungsapparat zu vermeiden.

Auf geht’s!

Die Chemie bei den zwei Schönlingen scheint zu stimmen 😀

Um Andre zu zeigen, wie sensibel ein so großes Tier sein kann, habe ich die Arbeit mit Andre und Djerba auf dem Platz mit ein bisschen Horsemanship am Knotenhalfter begonnen. Scheinbar einfache Übungen wie Anhalten, losgehen, antraben und rückwärts am langen Seil haben wir probiert und es hat wirklich gut geklappt. Andre hat eine sichere Körpersprache, so dass Djerba ihm schnell gefolgt ist.

Ein wichtiges Spiel ist auch das „Jo-Jo“, hier wird das Pferd mit steigender Intensivität rückwärts geschickt. Reicht der Blick nicht, kommt der Fingerzeig. Reicht dieser nicht, kommt ein leichtes Pendeln des Seils ins Spiel usw. Bei dem Ganzen wird sich aus dem Herdenverhalten der Pferde bedient. Wer einmal Pferde frei auf der Wiese beobachtet, dem fällt auf, dass ständig ein Pferd ein anderes wegschickt (durch Drohen, Beißen, Schlagen). In der Rangliste höher gestellte schicken rangniedrige Pferde häufiger weg und stärken so ihre Position in der Herde. Insgesamt ist das Herdenverhalten sehr komplex und noch gar nicht 100%-tig erforscht.

Damit ein harmonisches Zusammenleben mit dem Pferd möglich ist, ist es wichtig, dass der Mensch als „Leitpferd“ akzeptiert wird. Aus diesem Hintergrund hat sich das „Horsemanship“ entwickelt.

Alle mit drauf!

Da Reiten an sich sehr komplex ist und hohe Anforderungen an die Koordination stellt, habe ich Andre und Djerba zunächst an die Longe genommen – natürlich nur mit Helm. Safety first!

Da Andre an sich sehr sportlich ist (wir haben es ja gewusst!), haben wir relativ schnell ein paar Übungen eingebaut. Schnell hat er leichter in den Takt im Trab gefunden und wurde mutiger und mutiger 🙂

Auch Djerba hat sich schnell entspannt und hat super gut mitgemacht.

Leider sitzen die Menschen heutzutage viel zu viel und das merkt man dann auch beim Reiten. So kleine Ideen wie „lass die Schlüsselbeine lächeln“ oder „stell dir vor, du bist eine Marionette und oben zieht einer an deiner Schnur“. Mit diesen Ideen im Kopf fällt es vielen leichter sich aufzurichten und groß zu machen.

 

Zu guter Letzt durfte Andre noch ein paar Runden allein im Schritt drehen. Ich habe zwei Hütchen aufgebaut und Andre hatte die Aufgabe hierherum eine Acht zu reiten. Gar nicht so einfach, hat er festgestellt! Aber für das erste Mal haben die beiden das wirklich gut gemacht. Kommentar des Fotografen: Moneyshot des Tages! Unglaublich diese Körperspannung- und haltung!

So geschafft! Erste Reitstunde erfolgreich absolviert! Ich bin auf beide stolz, dass sie es so gut gemacht haben.

Nach dem Reiten ging es dann wieder zum Putzplatz zum Absatteln und Hufe kontrollieren.

Es scheint ein wenig gefunkt zu haben bei den beiden 🙂

Endlich konnte Djerba (links) dann zu ihren Freundinnen auf den Paddock, ihre Portion Heu und das gute Wetter genießen!

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